NEUERWEG  =  Kontext: Abstinenz  
 
 
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Abstinenz
 
Wie Abhängigkeit ist auch Abstinenz eine persönliche Entscheidung, die einem niemand vorschreiben, aufzwingen oder abnehmen kann.

Zur Abstinenz gehören [ 1 ] das Stoppen des Suchtmittel-Nachschubs, also Entzug / Entgiftung, dann [ 2 ] die Entwöhnung, schließlich [ 3 ] die komplett suchtfreie Kontinuität im Alltag.

Alle 3 Phasen der Abstinenz können sehr individuell geprägt sein  — je nach Form der Abhängigkeit und der persönlichen Situation, Motivation und Konsequenz.
 
 
Entzug / Entgiftung
 
In der stoff-gebundenen Abhängigkeit muss der Suchtmittel-Konsum gestoppt werden. Die Entzugs-Symptomatik kann lebensbedrohlich sein.
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Stationäre medizinische Entgiftung (z.B. bei Alkohol: 4 bis 14 Tage);
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Verhinderung / Behandlung von Entzugspsychosen / Krampfanfällen;
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Sensibilisierung des Krankheits-Bewusstseins und Behandlungs-Plan.
 
Klinikum Ernst·von·Bergmann
Potsdam, In der Aue, Station AD 1 › 0331 241 37551

Bitte vorher anrufen!
Benötigt wird eine Einweisung vom Hausarzt.
 
  Suchtmedizin www.klinikumevb.de
 
 
Entwöhnung
 
Therapeutisch begleitete erste Schritte zur Loslösung aus der psychischen Abhängigkeit:
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Stationäre Entwöhnungs-Behandlung / Psychosomatische REHA;
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z.B.  Alkohol-Entwöhnungs-Behandlung (AEB, (ca. 2 bis 3 Monate);
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Einzel- und Gruppentherapie / sozialpsychologische Unterstützung;
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Einblick in die individuelle Struktur der Abhängigkeits-Erkrankung;
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kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Sucht-Verhalten;
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Reflexion der Gründe und Funktionen der eigenen Abhängigkeit;
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Förderung / Stärkung eigener Ressourcen und Kompetenzen;
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Entwicklung eines stabil-abstinenten Lebens-Konzeptes;
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Strategien zur Rückfallprävention / Rückfallreaktion;
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unterstützende, punktuelle Paarberatung.
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Zusätzliche Hilfen:
· Langzeit-Therapie
· Betreutes Wohnen
· Wiedereingliederung
 
 
Kontinuität
 
Nach den (meist notwendigen) Behandlungen im quasi geschützen Rahmen (Käseglocke) fängt die persönliche und selbst verantwortete Abstinenz erst richtig an — im alltäglichen, konsequenten Sagen zum eigenen Suchtmittel und Suchtverhalten.
 
Dieses braucht ...
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Mut: mir selbst gegenüber; meinem sozialen Umfeld gegenüber;
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Motivation: denn die Willensstärke kann noch beeinträchtigt sein;
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Kraft: denn ich konnte meist für sehr lange Zeit nicht  sagen;
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Wachsamkeit: denn mein Suchtgedächtnis ist und bleibt aktiv.


Dieses kann unterschiedlich sein und sich verändern:
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ich darf nicht ...
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ich will nicht ...
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ich werde nicht ...
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ich brauche nicht ...
 
 
Zufriedene Abstinenz
 
Aber jedes klingt auf Dauer nach Verbot, Verzicht, Verlust — nach Mühe oder Kampf. Und das allein kann letztlich die Lückeda, wo früher das Suchtmittel / Suchtverhalten war! ] nicht füllen: eine Leere, spürbar als Unzufriedenheit, Druck oder Suchtdruck — mit hohem Rückfall-Risiko.

Eine möglichst sichere, dauerhafte, vor allem: zufriedene Abstinenz braucht auch ein paar ganz bewusste neue s:
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zu echten (leichten + schweren) Gefühlen und Bedürfnissen;
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zu (verschollenen?) alten oder neuen Interessen und Hobbys;
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zu neuen, wirklich passenden Zielen, Wünschen, Sehnsüchten;
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zu alten Fähigkeiten und neu erworbenen Kompetenzen;
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zu neuen oder erneuerten Kontakten und Beziehungen;
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zu ... bitte fortsetzen!
 
Abstinenz verändert sich und braucht immer wieder neue Impulse — für das und für das .

Gegenseitige Unterstützung in der Abstinenz — das vor allem ist Sinn und Zweck der Selbsthilfe, auch bei .
 
 
Rückfall
 
Abstinenz bleibt gefährdet.
Ein Rückfall kann zur Abhängigkeits-Erkrankung und zur Abstinenz dazugehören. Ein Rückschritt macht nicht den ganzen Weg zunichte! Scham- und Schuldgefühle oder Selbstvorwürfe nach einem Rückfall dürfen also kein Grund sein, ihn weiter zu verlängern und zu vertiefen.
Jeder Rückfall kann gestoppt werden — am besten mit einer kurzen stationären Entgiftung: ein spürbarer cut ... und dann neu anfangen.

Gerade in einer vertraulichen und ehrlichen Thematisierung in der Selbsthilfe kann der Rückfall genutzt werden, um den nächsten zu verhindern.
 
 
Kontrolliertes Trinken?
 
"Kontrolliertes Trinken"...
ist keine Abstinenz, sondern eine spezielle Form der Behandlung — bei einer anscheinend anders nicht lösbaren Alkohol-Abhängigkeit. Um dann wenigstens die individuellen Folgeschäden zu begrenzen, wird die Abhängigkeit unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle auf möglichst niedrigem Niveau aufrecht erhalten.
"Kontrolliertes Trinken" wird deshalb bei nicht unterstützt.
 
 
 
= Selbsthilfe Gesprächsrunde Atmo Wer  Wie Wann  Wo
Kontext:  Abhängigkeit (Alkohol / etc. / ...?) Kontext:  Abstinenz
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